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Wein richtig lagern: Mit der BLIK-Regel die Lagerfähigkeit im Blick

27. Juni 2026 durch
Katja Warken

Kennen Sie das auch? Sie halten eine schöne Flasche Wein in den Händen - vielleicht einen kräftigen Gigondas oder eine elegante Neuentdeckung aus der Toskana - und fragen sich: Soll ich sie lieber gleich öffnen oder kann sie noch ein paar Jahre im Keller reifen? Die Frage nach der Lagerfähigkeit von Wein beschäftigt fast jeden Weinliebhaber. Entgegen dem weitverbreiteten Mythos wird nämlich längst nicht jeder Wein mit dem Alter besser. Viele Weine sind für den zeitnahen Genuss gemacht, während andere erst nach Jahren im Keller ihr volles Potenzial entfalten.

Doch wie finden Sie heraus, ob ein Wein tatsächlich lagerfähig ist? Die Antwort liefert eine einfache Formel: die BLIK-Regel.

Mit diesen vier Buchstaben können Sie wie ein Profi prüfen, wie viel Zukunftspotenzial in Ihrem Wein steckt.

Was bedeutet die BLIK-Regel?

Das Akronym BLIK steht für die vier entscheidenden Qualitätskriterien eines Weins: Balance, Länge, Intensität und Komplexität. Wenn Sie das nächste Mal einen Wein im Glas haben, achten Sie einmal ganz bewusst auf diese vier Kriterien:

1. B wie Balance (und Harmonie)

Ein großartiger Wein ist wie ein perfekt eingespieltes Orchester. Hier geht es um das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten: Sind Alkohol, Säure, Restzucker und Tannine (Gerbstoffe) harmonisch eingebunden? Wenn keine dieser Komponenten unangenehm hervorsticht, also wenn der Alkohol nicht brennt oder die Säure nicht zu aggressiv wirkt, ist der Wein perfekt ausbalanciert. Balance ist das Fundament für eine lange Entwicklung.

2. L wie Länge

Mit der „Länge“ ist der sogenannte Nachhall oder Abgang gemeint. Wie lange nehmen Sie die wünschenswerten und angenehmen Aromen des Weins noch wahr, nachdem Sie ihn probiert haben? Als Faustregel gilt: Je länger der Abgang, desto besser ist die Weinqualität. 

3. I wie Intensität

Die Intensität beschreibt die reine Konzentration der Aromen. Schmeckt der Wein kraftvoll, ausdrucksstark und präsent auf der Zunge? Oder wirkt er eher leicht und flüchtig? Weine mit einer hohen Aromenkonzentration haben genügend Substanz, um die Jahre der Reife schadlos und positiv zu überstehen.

4. K wie Komplexität

Ein komplexer Wein ist vielschichtig und erzählt eine Geschichte. Er spiegelt zum einen die typischen Eigenschaften der Rebsorte(n) wider. Zum anderen erkennen Sie Komplexität daran, dass Sie Aromen aus ganz unterschiedlichen Kategorien (sogenannten Deskriptoren) riechen und schmecken können:

  • Fruchtaromen (z. B. rote Beeren, Pfirsich- oder feine Zitrusnoten)

  • Reifearomen (z. B. getrocknete Früchte, Honig)

  • Lageraromen (z. B. feine Holz-, Toast- oder Vanillenoten durch den Ausbau im Holzfass)

Die Auswertung: Lagern oder trinken?

Wenn Sie den Wein verkostet und die vier Kriterien überprüft haben, können Sie ganz einfach die Lagerfähigkeit ableiten:

  • Der Lager-Champion (4 von 4 Punkten): Punktet der Wein in allen vier Kategorien? Herzlichen Glückwunsch, Sie haben einen Wein von hervorragender Qualität im Glas! Dieser Tropfen hat genug Struktur, Kraft und Harmonie, um sich im Keller noch weiterzuentwickeln. Sie können ihn in der Regel mindestens 5 Jahre (oftmals sogar deutlich länger) lagern.

  • Der unkomplizierte Genuss (1 bis 2 Punkte): Werden nur ein oder zwei Kriterien positiv bewertet? Dann handelt es sich um einen Wein von durchschnittlicher bis guter Qualität. Diese Weine sind dafür gemacht, Spaß im Hier und Jetzt zu bringen. Mein Tipp: Trinken Sie ihn möglichst frisch und lagern Sie ihn nicht länger als 1 bis 2 Jahre, da er sonst seine Frische und Fruchtigkeit verlieren kann.


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